Streuobstwiesen gemeinsam erhalten und pflegen

Streuobst ist seit seiner Gründung 1994 ein Arbeitsschwerpunkt des LPV Landkreis Göttingen. Wichtige Themen und Instrumente sind hierbei:

 

Kartierung der Streuobstbestände

In den 90er Jahren und nochmals in 2012/13 wurden alle Streuobstbestände im Landkreis (ca. 400 ha flächige Bestände) kartiert. Diese Datengrundlage ermöglicht die gezielte Umsetzung von Instandsetzungsmaßnahmen und die Vermittlung von Flächen an potenzielle Bewirtschafter.

 

Sortenbestimmung und Erhalt

In Zusammenarbeit mit erfahrenen Pomologen wurden die alten Obstsorten im Landkreis aufgenommen, bestimmt und in den Obstsortengärten des LPV (15 ha) gesichert. Der Erhalt regionaltypischer alter Sorten und die Auswahl streuobsttauglicher Sorten für Neupflanzungen im Landkreis wird in Zusammenarbeit mit den lokalen Markenbaumschulen und der Naturschutzbehörde gefördert. Wichtiges Instrument der Öffentlichkeitsarbeit ist dabei auch die große Sortenausstellung und das Angebot der Sortenbestimmung auf dem Apfel- und Birnenmarkt in Duderstadt, der vom LPV in den 90er Jahren initiiert wurde und inzwischen überregionale Bedeutung hat.

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Aufpreisvermarktung von Streuobstapfelsaft aus dem Landkreis

Eine umfangreiche Aufpreisvermarktung von Streuobstapfelsaft im Lebensmitteleinzelhandel und in der Gastronomie läuft in Zusammenarbeit mit der lokalen Natursaftkelterei Ott.

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Beratung, Fortbildung und Vernetzung der Streuobstwiesenbesitzer und Aktiven

Fachliche Beratung vor Ort bietet der LPV für Streuobstwiesenbesitzer und solche, die es werden wollen. Als Multiplikatoren wirken dabei zunehmend die vom LPV ausgebildeten Göttinger Baumwarte. Jedes Jahr absolvieren dazu 15-20 Personen einen Jahreskurs mit 12 Seminartagen. Auch Tageskurse für Obstbaumschnitt für Anfänger und Fortgeschrittene werden angeboten. Darüber hinaus gibt es Exkursions- und Fortbildungsangebote für die Mitglieder des Arbeitskreises Streuobst.

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Erstinstandsetzung von wertvollen Altbeständen

Gefördert durch den Landkreis Göttingen werden Erstinstandetzungsmaßnahmen gefördert, organisiert und begleitet. Hierbei liegt der Fokus auf Flächen und Alleen, die einen besonderen naturschutzfachlichen Wert besitzen und vor Ort eine Wiederaufnahme der Bewirtschaftung realistisch ist.

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Kischblüte im Gö Land

 


Blühender Schatz – die Streuobstwiese

Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa. Kennzeichnend ist die lockere Bepflanzung mit hochstämmigen Obstbäumen, die über hundert Jahre alt werden können. Darunter entstehen bunt blühende, artenreiche Wiesen, die gemäht oder als Weide genutzt werden. Die mächtigen Baumkronen, die im Frühjahr eine unvergleichliche Blütenpracht entfalten, prägen seit Jahrhunderten unsere Kulturlandschaft. Viele Vogel- und Insektenarten finden dort Nahrung und Unterschlupf.

Seit den 50er Jahren mussten die Streuobstwiesen der Intensivlandwirtschaft sowie dem vermehrten Bau von Straßen, Siedlungen und Gewerbegebieten weichen.

 

Mit den Streuobstwiesen verschwinden auch:

 

Durch den fehlenden Baumschnitt dringt zu wenig Licht durch das Kronendach und die Qualität des Obstes lässt nach. Auch das Grünland und sein Artenreichtum leiden unter der Beschattung. Hinzu kommt, dass die Nachpflanzung junger Obstbäume seit Jahrzehnten vernachlässigt wurde. Auch im Landkreis Göttingen sind hochstämmige Obstbäume seit Anfang der fünfziger Jahre um ca. 70 % zurückgegangen. Heute bestehen nur noch etwa 0,3% der Landkreisfläche aus Streuobstwiesen. Fast 3/4 der rund 30.000 Streuobstbäume im Landkreis werden seit vielen Jahren nicht mehr gepflegt. Oftmals werden auch das Obst und der Grünlandaufwuchs nicht mehr genutzt.

 

Diesen Trend gilt es umzukehren und die vielen begeisterten Wiesenbesitzer und –pächter, die sich mit viel Freude um Ihre Bäume kümmern, machen Mut sich weiter einzusetzen.

 

Wir unterstützten die Bewirtschafter von Streuobstwiesen, Streuobstliebhaber und solche, die es werden wollen, fachlich durch:

 

Über die inhaltliche Unterstützung hinaus haben wir die Möglichkeit auf ausgewählten Flächen auch finanzielle Unterstützung zu bieten bei:

 

Erfreulicherweise besteht inzwischen wieder ein verstärktes Interesse an dem Erhalt, der Nachpflanzung und der Neuanlage von Streuobstwiesen mit alten, regionaltypischen Sorten. Letzteres gilt auch für Pflanzungen in Hausgärten.

 

 

Mehr Infos zum Thema Streuobst:Rote Sternrenette

 

Mehr Infos zu alten Sorten:

 

Sortendatenbanken mit Suchfunktion: