Rückblick: Weidetierhaltertreff „Beweidung von artenreichem Grünland“
Beweidung ist für viele Grünlandstandorte die beste und oftmals auch einzig praktikable Art, den Offenlandcharakter und die Artenvielfalt zu erhalten. Am 12. November gab Ansgar Hoppe (Ökologische Station Solling-Vogler) einen Überblick über die Besonderheiten verschiedener Grünlandarten sowie die Herausforderung und Erfolgsfaktoren bei der Bewirtschaftung. Emil Kratzat, der mit seinen Dexter-Rindern seit einigen Jahren Magerrasenflächen mit besonderem naturschutzfachlichem Wert beweidet, berichtete anschließend von seinen praktischen Erfahrungen in der Umsetzung. Knapp 40 Weidetierhalter:innen aus allen Teilen des Landkreises kamen an dem Abend ins Landgasthaus Fricke und freuten sich über den Austausch.
Es wurde diskutiert, dass sowohl auf Magerrasen, als auch auf Feuchtwiesen eine möglichst frühe erste Beweidung im Jahr sinnvoll sein kann. Damit kann erreicht werden, dass dominante Arten wie die Trespe (auf trockenen Standorten) oder Seggen und Binsen (in feuchten Bereichen) verbissen werden und konkurrenzschwache Pflanzenarten anschließend zur Blüte kommen. Auch eine Beweidung spät im Jahr kann auf diesen Flächen förderlich sein, da im Zuge des Klimawandels die Vegetation im Herbst oft nochmals stark nachwächst. Im Hochsommer sollte die Beweidung von Magerrasen möglichst vermieden werden, da durch die Trockenheit kaum Futter vorhanden ist und die Flächen sogar Schaden nehmen können.
Generell sollte abschnittsweise und in möglichst kleinen Parzellen gezäunt werden. So gibt es immer Teilbereiche, die blühen können. Auch Flächen, die nur mit geringer Intensität beweidet werden, sind meist blütenarm, da Blüten den Tieren besonders gut schmecken und als erstes gefressen werden. Eine gute Methode ist deswegen, beim Versetzen der Weidezäune einen Streifen auszusparen, um so den Blütenhorizont an dieser Stelle vorübergehend zu erhalten.
Die Ökologischen Stationen und der Landschaftspflegeverband unterstützen die Betriebe gerne bei der Priorisierung, welche Flächen zuerst und in welcher Reihenfolge beweidet werden sollten. Neue und kreative Ideen der Bewirtschafter:innen sind hierbei stets willkommen!