Zwischen Überfluss und Steppe - Beweidungsstrategien im Klimawandel
Letzte Woche Dienstag (27.10.2026) fand unser Landschaftstreff zum Thema:
Zwischen Überfluss und Steppe - Beweidungsstrategien im Klimawandel in Lenglern statt.
Nach einem spannenden Impulsvortrag von Dr. Michaela Meyer vom DVL über erste Ergebnisse des Klimaanpassungsprojektes unseres Dachverbandes aus den Bundesländern Thüringen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein wurde in geselliger Runde über die Erfahrungen in unserer Region diskutiert.
Wir haben uns sehr gefreut, mit über 30 interessierten Tierhalterinnen und Tierhaltern über die Herausforderungen und Anpassungsbedarfe zu diskutieren, die sich durch den Klimawandel bereits heute und künftig für weidetierhaltende Betriebe ergeben. Unter den Teilnehmenden waren Rinder-, Schaf- und Ziegenhalter:innen, die überwiegend naturschutzfachlich wertvolle Grünlandflächen bewirtschaften und mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft leisten.
Die Diskussion hat deutlich gemacht, welche Herausforderungen die Betriebe bereits heute bewältigen müssen und welche Rahmenbedingungen notwendig sind, damit Weidetierhaltung unter sich verändernden Klimabedingungen eine Zukunft hat.
Für die rege Teilnahme und Diskussionsbereitschaft möchten wir uns nochmal herzlich bedanken 💚
Die wichtigsten Erkenntnisse der Veranstaltung haben wir nachfolgend zusammengefasst:
Was brauchen weidetierhaltende Betriebe, um mit zunehmenden Wetterextremen umzugehen?
Vielfältige Grünlandflächen helfen dabei, auf trockene bzw. nasse Jahre flexibel zu reagieren und auf den Flächen angepasst wirtschaften zu können.
Tierzahlen, Futterversorgung und Wassermanagement müssen auf den unterschiedlichen Flächen flexibel angepasst werden.
Schatten, Windschutz und strukturreiche Weideflächen mit Bäumen, Sträuchern und Hecken gewinnen für das Tierwohl und die Klimaanpassung zunehmend an Bedeutung.
Damit diese Herausforderungen gemeistert werden können
sollten Entscheidungen verstärkt vor Ort und mit regionaler Verantwortung getroffen werden können, um flexibel auf sich ändernde Bedingungen reagieren zu können.
sollten Förderprogramme und finanzielle Unterstützungsinstrumente den Betrieben mehr Flexibilität in der Bewirtschaftung ermöglichen, ohne dass dabei unverhältnismäßige Sanktionsrisiken entstehen
Der zusätzliche Arbeits-, Zeit- und Infrastrukturaufwand der Betriebe sollte bei der Ausgestaltung von Fördermaßnahmen und Fördersätzen angemessen berücksichtigt werden. Die gesellschaftlichen Leistungen extensiv wirtschaftender Weidetierhalter:innen verdienen eine verlässliche und auskömmliche Honorierung.
🤝 Die Diskussion hat deutlich gezeigt, welche Herausforderungen und Anpassungsbedarfe die Weidetierhaltung angesichts des Klimawandels beschäftigen. Der DVL greift diese Erfahrungen aus der Praxis auf und bringt sie in Fachdebatten sowie politische Prozesse ein. Weiterführende Informationen zu den Themen Weidetierhaltung, Gemeinwohlprämie und Grünland finden Sie in den folgenden Publikationen:
📖 DVL-Positionspapier Weidetierhaltung zukunftsfähig machen (Positionspapier des DVL)
📖 Naturnahe Beweidung – Gewinn für Naturschutz, Landnutzung und Gesellschaft (Kirchberger Erklärung)
📖 DVL-Policy Paper Gemeinwohlprämie (Policy Paper des DVL)
📖 DVL-Expertenpapier Grünlanddefinition (Expertenpapier des DVL)














